(Von Visual Capitalist veröffentlicht am 16. Oktober 2024)
In diesem Schaubild werden die wichtigsten Akteure im Schiffbau nach der Bruttoraumzahl (BRZ) der im Jahr 2023 gebauten Handelsschiffe aufgeschlüsselt.
Die Bruttoraumzahl (BRZ) misst das Innenvolumen eines Schiffes und steht nicht im Zusammenhang mit dem Gewicht des Schiffes, sondern mit seiner Gesamtgröße und Kapazität.
Ein sehr großes Containerschiff mit einer Kapazität von etwa 20.250 TEU (Twenty-foot Equivalent Units, deutsch Zwanzig-Fuß-Standardcontainer) hätte 220.000 BRZ.
Die Daten für das obige Schaubild stammen von der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation (UNCTAD) und schließen Militärschiffe, Yachten, Fischereifahrzeuge, Offshore-Plattformen und Lastkähne aus. Die Zahlen sind gerundet.
Asien baut die meisten Schiffe der Welt
China baute 2023 mehr als die Hälfte aller Handelsschiffe der Welt nach Bruttoraumzahl (33 Millionen BRZ). Das entspricht 150 der größten Containerschiffe der Welt. Das Land hat damit einen Anteil von weltweit 51 % und liegt auf Platz 1.
Zu den 15 führenden Schiffbauländern, von denen die meisten in der Grafik zur Kategorie „Rest of World“ zusammengefasst sind, da ihr Anteil so gering ist, gehören die Philippinen, Italien, Frankreich, Deutschland (mit einem Anteil von 0,45 weltweit auf Platz 7), Finnland, Taiwan, Russland, Niederlande, Türkei, Indonesien, die USA (0,1 %, Platz 14) und Iran.
Südkorea (18 Millionen BRZ) und Japan (10 Millionen BRZ) sind ebenfalls wichtige Akteure in der Schiffbauindustrie. Zusammen mit China machen diese drei Länder 95 % der gesamten Branche aus.
Die Vorherrschaft Chinas ist besonders verblüffend. Das Land ist seit 14 Jahren in Folge der führende Schiffbauer. Im Jahr 2007 lag das Land noch hinter Japan und Südkorea; 2010 hatte es beide Länder überholt.
Das Wachstum des Sektors – und das allgemeine Wirtschaftswachstum des Landes – fiel mit dem Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 zusammen. Die chinesische Produktion in verschiedenen Sektoren explodierte und die Exporte stiegen sprunghaft an, was dem Land half, 2010 zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt aufzusteigen.
Chinas Schiffbauprofessionalität geriet 2008 ins Wanken, als die Rezession Hunderte von Werften zur Schließung zwang. Seitdem haben die Werften jedoch ihren Schwerpunkt verlagert: weniger auf Massengutfrachter, mehr auf „hochwertige Schiffe“ wie Kreuzfahrtschiffe und LNG-Tanker.
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