(Grafik von Visual Capitalist veröffentlicht am 7. April 2025)
Wichtigste Erkenntnisse:
Deutschland verzeichnete zwischen 2014 und 2024 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) pro Kopf von nur 4,4 %, Österreich von nur 4,2 %.
Das ist fast ganz unten in einer Gruppe von 38 Volkswirtschaften mit hohem Einkommen.
Die Messung des Wirtschaftswachstums (und der damit verbundenen Verbesserung des Lebensstandards) wird stets von der Sorge begleitet, dass die Preissteigerungen den Rückgang (oder die Stagnation) der Produktion verdecken.
Für einen aussagekräftigen Vergleich wird hier das reale Pro-Kopf-BIP-Wachstum in einer Gruppe von Vergleichsländern dargestellt, das anhand der Daten in dieser OECD-Datenbank berechnet wird.
Der Datensatz misst jedes Jahr das Pro-Kopf-Produktionsvolumen eines jeden Landes, saisonbereinigt und indexiert auf 2007. Dadurch wird der Einfluss der Preise auf das Produktivitätswachstum eliminiert.
ℹ️ Die OECD ist eine Gruppe von Ländern mit hohem Einkommen, die sich an strengere Richtlinien für die Datenberichterstattung halten, so dass diese Kennzahlen berechnet werden können.
Deutschlands Produktivitätsprobleme
Deutschland verzeichnete zwischen 2014 und 2024 ein Wachstum des realen BIP pro Kopf von nur 4,4 %.
In einer Gruppe von 38 großen Volkswirtschaften ist es eines der schlechtesten Länder. Nur Luxemburg (nicht visualisiert), Kanada, Mexiko und Österreich sind noch schlechter.
Zum Vergleich: Das reale Pro-Kopf-BIP der G7, der EU und der OECD ist im gleichen Zeitraum um 15 % gestiegen, das Polens um 44 %.
Wie verhält es sich mit Irland?
Irland ist der andere Ausreißer in dieser Auswertung. In 10 Jahren verzeichnete es ein Wachstum des realen Pro-Kopf-BIP von 70 %.
Diese Zahl mag zu schön erscheinen, um wahr zu sein. Und das ist so, weil sie es ist: Irlands BIP-Rechnung wird stark von externen Faktoren beeinflusst.
Gewinnverschiebungen und der starke Einfluss des geistigen Eigentums von multinationalen Unternehmen mit Hauptsitz in Irland führen zu einer Aufblähung des BIP im Vergleich zur tatsächlichen Wirtschaftstätigkeit in Irland.
Infolgedessen ist auch das Pro-Kopf-BIP (und das Wachstum) erheblich aufgebläht.
Die irische Regierung selbst zieht es vor, das Bruttonationaleinkommen (BNE) zur Messung des wirtschaftlichen Fortschritts zu verwenden.
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