(Von Visual Capitalist veröffentlicht am 11. Januar 2025)
Trotz erheblicher Reduzierungen seit dem Kalten Krieg ist das globale Atomwaffenarsenal nach wie vor beträchtlich: Anfang 2024 verfügten neun Länder über etwa 12.121 Sprengköpfe. Davon sind 9.585 für den Einsatz durch militärische Kräfte vorgesehen.
Die Grafik veranschaulicht die Gesamtzahl der Atomsprengköpfe von 1945 bis 2024. Die Daten stammen von der Federation of American Scientists (FAS) und beziehen sich auf das Jahr 2024. Die Zahlen sind geschätzt.
Die USA und Russland besitzen 88 % der weltweiten Atomwaffen
Die Gesamtzahl der Atomwaffen ist zwar rückläufig, doch hat sich der Abbau in den letzten drei Jahrzehnten verlangsamt.
Der Höchststand der Atomwaffenbestände wurde 1986 erreicht, mit 70.300 Sprengköpfen während des Kalten Krieges. Nach Angaben der FAS werden die Bestände vor allem deshalb verringert, weil die USA und Russland weiterhin Sprengköpfe demontieren, die bereits im Ruhestand sind. Im Gegensatz dazu steigt die Zahl der Sprengköpfe in den weltweiten Militärbeständen, die den Einsatzkräften zugewiesen sind, wieder an.
China, Indien, Nordkorea, Pakistan und das Vereinigte Königreich sowie möglicherweise auch Russland bauen laut FAS ihre Bestände weiter aus.
Derzeit halten die USA (3.700) und Russland (4.380) zusammen etwa 88 % der weltweiten Atomwaffen und 84 % der militärisch einsatzbereiten Sprengköpfe.
Eine Studie aus dem Jahr 2018 legt nahe, dass 100 Atomwaffen die „pragmatische Grenze“ für das Arsenal eines Landes darstellen.
Stand 2024
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Verteilung der weltweiten Atomwaffen
Neben den fünf „offiziellen“ Atomwaffen besitzenden Staaten USA, Russland, China, Frankreich und dem Vereinigten Königreich gibt es vier „de facto“ Nuklearwaffen führende Staaten: Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea. Die erstgenannten offiziellen Atomwaffenstaaten bilden im Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen die Gruppe der ständigen Mitglieder, die über ein Vetorecht verfügen und eine Beschlussfassung des Rates somit verhindern können. Von den vier weiteren faktischen Atomwaffenmächte ist Nordkorea in der jüngeren Vergangenheit zuletzt zu einer Atommacht aufgestiegen und setzt seitdem diesen Status immer wieder in dem Bemühen, Sanktionen des UN-Sicherheitsrates zu lockern, in internationalen Verhandlungen ein.
Kampf gegen die Verbreitung von Kernwaffen
In dem Bemühen, die Verbreitung von Nuklearwaffen zu unterbinden und das Risiko eines Atomkriegs zu mindern, wurde der Atomwaffensperrvertrag von den fünf „offiziellen“ Atommächten angestoßen und von fast allen Ländern weltweit unterzeichnet. Israel, Indien und Pakistan haben neben dem Südsudan die Ratifizierung des Vertrages verweigert, um sich nicht der Kontrolle ihrer kerntechnischen Anlagen durch die Internationale Atomenergie-Organisation zu unterwerfen. Zudem trat Nordkorea im Jahr 2003 aus dem Vertrag aus, um seinen Weg zu einer Atommacht ungestört verfolgen zu können. Nach mehreren Kernwaffentests erklärte sich Nordkorea schlussendlich 2012 offiziell zur Atommacht.
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